Eine Nation ist geteilter Meinung
Bei dem Thema, ob Dialekte kulturell wertvoll oder doch eher verwirrend sind, geht die Meinung der Deutschen weit auseinander. Die Befürworter von Dialekten sagen, dass diese beispielsweise im Internet schon Kultstatus erreicht haben, Hollywood-Filme synchronisiert wurden und Asterix-Bände in verschiedenen Dialekten erworben werden können. Die Forscher der Universität Basel fanden in einer Studie sogar heraus, dass Sprecher von Dialekten beim Erlernen einer Fremdsprache Vorteile gegenüber den Sprechern des Hochdeutschen haben. Klar ist, dass Dialekte die Menschen bestimmter Regionen auf ihre Art und Weise verbinden und bereits den Jüngsten ein Gefühl von Geborgenheit und damit von Heimat geben. Jedoch haben nicht alle Dialekte das gleiche Ansehen. Während Berlinerisch bei vielen Menschen beliebt ist, sieht es beim Sächsischen ganz anders aus.
Aber es gibt auch Menschen, die Dialekte allgemein nicht mögen, da der Gebrauch dieser regionalen Sprachform andere Menschen, die sie nicht verstehen, von Konversationen ausschließt. Während die Konversation zwischen bayrischen und sächsischen Landsleuten schon schwierig sein kann, haben ausländische Touristen kaum den Hauch einer Chance, Dialekte zu verstehen. Die einheitliche Verwendung der hochdeutschen Sprache könnte dagegen dem innerdeutschen Gemeinschaftsgefühl zu Gute kommen.
Die Berliner Boulevardzeitung B.Z. wagte im April 2010 ein Experiment, indem die gesamte Donnerstags-Ausgabe in Berlinerisch abgedruckt wurde. Viele Leser waren begeistert, aber selbstverständlich gab es auf der anderen Seite auch Kritik.